Die Geschichte des Pubquiz

 

An einem eher lauen Herbstabend in den 1870er-Jahren saßen in dem Londoner Pub „Frank’s Dungeon“ nur die zwei Stammgäste Adam und Will am Tresen. Ein dritter Mann – blasshäutig, rothaarig und in ein grünes Gewand gehüllt – hatte den Pub soeben verlassen. Sein fremdartiges Parfum lag noch immer in der Luft und überlagerte sogar den Zigarettengeruch in dem Pub. „Wo kam der denn her?“ fragte einer der beiden Gäste Anne, die Wirtin des Pubs. Sie hatte natürlich auch keine Ahnung, als ihr eine Idee kam. „Das erratet ihr nie“, erwiderte sie. „Aber wenn es einer von euch rausfindet, gebe ich einen aus.“ „Das ist ja völlig unmöglich“, protestierte Adam. „Gib uns wenigstens einen Tipp.“ „Na gut“, sagte Anne. „Er kommt aus der Hauptstadt von Zaire.“ Die beiden rätselten ein wenig herum, als Will seinen Kumpel Nigel am Fenster vorbeilaufen sah, der gerade vom Fußballtraining kam. Schnell eilte er nach draußen. „Nigel, komm mal kurz rein. Ich brauche deine Hilfe.“ Adam war inzwischen schon nebenan bei seinem Bruder. „Komm schnell ins Frank’s. Anne gibt einen aus, wenn man ihr eine Frage richtig beantwortet.“ Kurze Zeit später füllte sich das Pub. Denn Adams Bruder hatte gleich noch seine beiden Schwestern mitgebracht, während einige von Nigels Teamkollegen auf der Suche nach ihrem Mitspieler ebenfalls im „Frank’s Dungeon“ gelandet waren. Das gut gefüllte Pub zog weitere Bummler an. Und einer platzte schließlich mit der Lösung heraus: „Kinshasa!“ Anne hielt ihr Versprechen und gab dem Mann ein Bier aus, wohlwissend, dass sie gerade für dieses verschenkte Bier zwanzig andere Biere verkauft hatte. Da öffnete sich die Eingangstür erneut und der fremdartige Mann trat erneut herein und setzte sich an einen Tisch in einer Ecke des Pubs. Anne trat sofort an ihn heran, aus Angst, ihr Schwindel über seine Herkunft könnte auffliegen. Flüsternd weihte sie ihn ein und bot ihm Freibier für den ganzen Abend an. Der Mann lachte laut und gab der Wirtin ein Goldstück. „Hier, das ist für deinen tüchtigen Geschäftssinn. Du kannst es mir aber auch zurückgeben. Im Gegenzug gewähre ich dir bis in alle Ewigkeit Wissen über all die wichtigen und unwichtigen Dinge in unserem Universum und darüber hinaus.“ Ungläubig schaute Anne den Fremden an. Und obwohl die Geschichte völlig unlogisch ist, ging sie auf den Handel ein und erhielt uneingeschränktes Wissen bis in alle Ewigkeit. So irren auch ihre Reinkarnationen heute noch rechthaberisch umher und fragen andere Leute nach völlig unnützen Dingen.

 

Und genau so hat es sich zugetragen. Wirklich.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Geleitshaus

Diese Homepage wurde mit 1&1 IONOS MyWebsite erstellt.